Mittwoch, 25. Mai 2011

Biffy Clyro

Rock / Alternative

Am 27.6. ist es so weit. Zehn Jahre nach ihrem ersten Album Blackened Sky veröffentlichen Biffy Clyro, eine der in meinen Augen seit langem besten aktiven Live-Bands, endlich eines ihrer Konzerte auf DVD. Anhand dreier brandaktueller Trailer, die man allesamt im bandeigenen YouTube-Kanal und einen davon auch weiter unten bewundern kann, sollte man einen guten Eindruck bekommen, warum ein Biffy Clyro Konzert so ein besonderes Erlebnis ist. Was diese drei Herren zwischen vertrackten Passagen, straighten Rock-Riffs und großen, hymnischen Pop-Momenten auf die Bühne zaubern stellt unterhaltungstechnisch vieles in den Schatten, was einem andere Bands hin und wieder vorsetzen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die beiden Klassiker Joy-Discovery.Invention und Justboy, beide vom Debütalbum, wurden zwar beim Konzert gespielt, haben es aber nicht auf die reguläre DVD geschafft. Und auch das famose There's No Such Thing As A Jaggy Snake vom 2005 erschienenen Infinity Land gibt es nur für Käufer der auf 1500 Stück limitierten und über 40 € teuren Sonderausgabe. Schade.

Tracklist:
1. The Captain / 2. Booooom, Blast & Ruin / 3. 57 / 4. Bubbles / 5. Born On A Horse / 6. God & Satan / 7. Whorses / 8. All The Way Down; Prologue/Chapter 1 / 9. That Golden Rule / 10. Living Is A Problem Because Everything Dies / 11. Shock Shock / 12. Folding Stars / 13. Diary Of Always / 14. Machines / 15. Who's Got A Match / 16. Saturday Superhouse / 17. Many Of Horror / 18. Glitter And Trauma / 19. Mountains


Links:
Biffy Clyro auf MySpace
Offizielle Bandhomepage
YouTube-Kanal von Biffy Clyro

Sonntag, 15. Mai 2011

Maifeld Derby

20. & 21. Mai 2011, Am MVV Reitstadion / Maimarktgelände, Mannheim

Kommendes Wochenende startet in Mannheim bei voraussichtlich bestem Festivalwetter die Open-Air-Saison mit dem erstmals stattfindenden zweitägigen Maifeld Derby. Neben einer ganzen Menge Livemusik auf drei teils überdachten und teils offenen Bühnen sorgen Lesungen und zwei Kurzfilmblöcke für Abwechslung. Für Neugierige und Unentschlossene gibt es hier nun eine kleine Auswahl an Livevideos einiger Maifeld Derby-Acts.

Als eine der ersten Bands am frühen Freitag abend spielen die wunderbaren Diego aus meiner langjährigen Heimat Karlsruhe. Oft mit Post-Punk-Größen wie Interpol oder den Editors verglichen, haben sie nach mittlerweile drei Alben längst ihren eigenen Stil gefunden. Ein wie ich finde optimaler Einstieg ins Festival-Wochenende.


Etwas schwungvoller geht es danach mit den US-Amerikanern Ra Ra Riot weiter. Mit gut gelauntem Indie Pop und einem ordentlichen Schuss The Smiths haben sie in ihrer Heimat bereits eine Menge Fans gewonnen und es sogar bis in die Late Show von David Letterman geschafft.


Ein wahres Energiebündel ist die Irin Wallis Bird. Mit einer tollen Stimme, einem Gespür für eingängige Melodien und dieser mitreißend guten Laune gesegnet hinterlässt sie nach ihren Konzerten seit Jahren ein meist glückliches und freudestrahlendes Publikum.


Die etwas bekannteren Namen finden sich auf dem Zeitplan dann am Samstag. Mit Slut befindet sich darunter auch eine gestandene und seit mehr als 15 Jahren aktive Rockband, deren Songs und Alben aus der jüngeren deutschen Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken sind.


Für die ganz großen Gefühle sind anschließend Get Well Soon bei einem ihrer wenigen Festivalauftritte im Jahre 2011 zuständig. Über den Status der deutschen Nachwuchshoffnung längst hinaus, dürften Konstantin Gropper und Co. wohl eines der Highlights des Maifeld Derbys werden.


Atmosphärisch dicht und extrem tanzbar geht es danach bei dem Geschwisterpaar Eva und Philipp Milner, besser bekannt als Hundreds, zu. Bei ihrer mitreißenden Mischung aus elektronischen Klängen und Trip-Hop-Elementen bleibt garantiert kein Bein ruhig stehen.


Wirklich spannend dürfte der Auftritt von 31knots werden. Mastermind Joe Haege, der auch mit seinen Bands Menomena und aktuell Tu Fawning große Erfolge feiert, ist bekannt für sein experimentelles Songwriting und ausdrucksstarke Live-Performances.


Mindestens ebenso spannend und abwechslungsreich geht es bei einer ganzen Handvoll mehr oder weniger vertrackter Math-Rock bzw. -Core Bands wie beispielsweise Flashguns, The Hirsch Effekt oder Trip Fontaine zu.


Und last but not least gibt es noch eine Coverversion der am Samstag spielenden Mikroboy. Ich weiß, es ist gewagt, sich an einem The Notwist-Song zu versuchen, doch in meinen Augen ist das hier auf diese reduzierte Art und Weise doch ganz gut gelungen.


Link:
Offizielle Festival-Homepage

Donnerstag, 5. Mai 2011

Manchester Orchestra

Indie / Rock / Alternative

Bereits seit Wochen geistern Song- und Soundschnipsel des kommenden Manchester Orchestra-Albums Simple Math durchs Netz, jüngst folgte ein kompletter Stream, in dessen Genuss man allerdings erst nach dem Lösen eines gar nicht mal so einfachen Rätsels kam. Mittlerweile kann man sich die zehn Songs des bei uns am 13. Mai erscheinenden Mean Everything To Nothing-Nachfolgers auch ohne zu puzzeln anhören. Und man stellt fest: Das Album wirkt atmosphärisch deutlich dichter als sein Vorgänger.
Was allerdings bleibt ist die eindringliche Stimme des erst 25-jährigen Frontmanns Andy Hull. Und ebendiese trägt einen großen Teil dazu bei, dass das famose Video zur ersten Single Simple Math zu einem  ganz außergewöhnlichen akustischen und visuellen Gesamterlebnis wird. Also: Boxen aufdrehen, Vollbildmodus einschalten, zurücklehen und mitreißen lassen!

Links:
Manchester Orchestra auf MySpace
Offizielle Homepage
Der Vorgänger Mean Everything To Nothing [2009] im Stream bei simfy.de

Dienstag, 26. April 2011

Sondre Lerche

Singer-Songwriter / Indie / Pop

Von der süd- und mitteleuropäischen Presse weitestgehend unbemerkt schickte sich um die Jahrtausendwende ein junger Norweger an, sein Heimatland musikalisch im Sturm zu erobern. Mit nicht einmal 20 Jahren unterschrieb Sondre Lerche bei Virgin Norway und veröffentlichte 2001 sein Debütalbum Faces Down, auf dem sich seine Faszination für den 80er Pop der Beach Boys, A-Ha oder Prefab Sprout ebenso wiederspiegelte wie Einflüsse psychedelischer oder brasilianischer Musik. Seit jener Zeit nimmt der attraktive Skandinavier ein bemerkenswertes Album nach dem anderen auf und beglückt uns bald mit seinem selbstbetitelten sechsten Longplayer.
Einen großen Einfluss auf dessen Songs scheinen neben den bereits genannten auch Folk- und Indie-Bands aus der neuen Heimat des mittlerweile in Brooklyn lebenden Sondre Lerche zu haben. Dies zeigt sich einerseits an der Beteiligung von Personen wie dem Midlake-Schlagzeuger  McKenzie Smith oder dem Produzenten Nicolas Vernhes (Spoon, Animal Collective), andererseits aber auch an den ersten vorab veröffentlichten Stücken. Vor allem das eingängige, in der Bridge von einem raffinierten Herzschlag-Rhythmus getriebene und in seinem chaotisch ausufernden Ende an Wilco erinnernde Domino weiß zu begeistern und macht Lust auf mehr.


Links:
Sondre Lerche bei Myspace
Offizielle Homepage
Sämtliche Alben von Sondre Lerche im Stream bei simfy.de

Donnerstag, 21. April 2011

The National

Indie / Rock

Sie reißen nicht ab, die guten Neuigkeiten von meinen Lieblings-Melancholikern The National. Trotz ihres prall gefüllten Konzertplans zur letztjährigen Platte High Violet und etlichen Festivalauftritten findet die Band ausreichend Zeit, auch abseits ihrer regulären Alben Songs zu veröffentlichen oder Gastbeiträge zu den Werken anderer Künstler beizusteuern. Einen kurzen Überblick über die spannendsten Projekte liefern die folgenden Zeilen.

#1: Ganz aktuell ist der Song Exile Vilify, den The National zum Soundtrack des hochgelobten Strategiespiels Portal 2 beigesteuert haben. Den Grund für diese ungewöhnliche Zusammenarbeit nennt eine Sprecherin des Musikverlages Bug Music: "The National's raw and emotive music evokes the same visceral reactions from its listeners that Portal does from its players. It was exciting and a privilege to bring together two exceedingly talented creative teams to create something special for Portal 2."


#2: Schon ein paar Wochen älter aber nicht minder schön ist der Song Think You Can Wait, welcher auf dem Soundtrack zu dem bei uns leider erst im Herbst startenden Independent-Filmhit Win Win erscheint. Das Video zeigt neben der Band und Gastsängerin Sharon Van Etten auch einige Outtakes und Szenen vom Set, an dem offensichtlich eine meist prächtige Stimmung herrschte.


#3: Ganz andere Klänge gibt es auf dem mit Kollaborationen nur so gespickten Album The Road From Memphis von Booker T. Jones zu hören. Auf dem vorab veröffentlichten Duett Representing Memphis übernimmt Matt Berninger den männlichen Part und ergänzt sich dabei wunderbar mit der souligen Stimme von Sängerin Sharon Jones.


#4: Und der Rest? Die Dessner-Zwillinge arbeiten nach Dark Was The Night aus dem Jahr 2009 an einem zweiten Sampler zugunsten der Red Hot Organization, einem Non-Profit-Unternehmen, das sich für den Kampf gegen AIDS einsetzt. Zwar sind Informationen zum Inhalt noch rar gesät, doch handelt es sich laut spinner.com dabei möglicherweise um ein Greatful Dead-Coveralbum.

Links:
The National auf MySpace
Offizielle Homepage
Zwei Alben von The National im Stream bei simfy.de

Dienstag, 19. April 2011

Efrim Manuel Menuck

Singer-Songwriter / Ambient / Experimental

Constellation, der Name bürgt für Qualität. Das 1997 in Montreal gegründete Indie Label veröffentlicht in regelmäßigen Abständen außergewöhnliche Alben experimenteller Bands fernab des Mainstreams. Nachdem die Kanadier lange versuchten, den Vertrieb über große Ketten zu meiden, sind ihre meist aufwändig gestalteten CDs und LPs mittlerweile aber auch über Online-Shops wie z.B. Amazon erhältlich.
Am 24.5. erscheint mit Plays "High Gospel" die erste Soloplatte von Godspeed You! Black Emperor-Mitbegründer und A Silver Mt. Zion-Chef Efrim Manuel Menuck, einem der umtriebigsten Musiker des großen Constellation-Kollektiefs. Und wie man den beiden unten zum Stream bereit stehenden Songs entnehmen kann, bewegt er sich damit gar nicht so weit entfernt von seiner Hauptband: Eigenwilliger Gesang trifft auf sphärische Ambient-Klänge. Das mutet zwar im ersten Moment recht unzugänglich an, bietet dafür aber umso mehr Potential, um mit jedem Hördurchgang zu wachsen.


Links:
Efrim Manuel Menuck bei Constellation Records
Homepage von Menucks Band A Silver Mt. Zion

Montag, 11. April 2011

The Wind-Up Robots Killed My Cat

Post-Rock / Instrumental / Electronic

Neues Album, ausgiebige Tour, Reunion... Bands wie Mogwai, Explosions In The Sky und Godspeed You! Black Emperor sind gerade in aller Munde. Doch wer auf der Suche nach gutem Post-Rock ist, muss nicht zwangsläufig über die Landesgrenzen hinaus blicken, stösst man doch auch in hiesigen Gefilden immer wieder auf technisch hochklassige Vertreter des Genres. So geschehen am vergangenen Samstag, als die Würzburger The Wind-Up Robots Killed My Cat im Rahmen des Internationalen Filmwochenendes für die Hamburger Senkrechtstarter Hundreds eröffneten.
In bewährter Manier entwerfen die vier jungen Herren mit Schlagzeug, Bass und Gitarre wunderschöne Klangcollagen, die zusätzlich mit elektronischen Soundschnipseln untermalt werden. Dass sie sich dabei auch an ihren Vorbildern orientieren zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass live hin und wieder das großartige Mogwai Fear Satan gecovert wird, was aber nicht weiter schlimm ist, denn neu erfinden wird dieses Genre sowieso niemand mehr. Das erste Full-Length Album soll diesen Herbst erscheinen, die 2010 veröffentlichte Whiskers And Guts E.P. gibt es komplett via Bandcamp zu hören. Und im Video zu Everyone Is A Little Universe sieht man, wozu sich diese Musik  mit am Besten eignet: als stimmiger Soundtrack zu faszinierenden Landschaftsaufnahmen.




Links:
TWRKMC auf MySpace
TWRKMC bei Facebook

Dienstag, 5. April 2011

September Leaves

Indie / Pop / Folk

Gestern fiel mir im Plattenladen meines Vertrauens durch Zufall eine CD in die Hände, deren Coverartwork mich begeistert hat wie schon lange keines mehr (mit einem Klick auf das Foto rechts gibt's die Großansicht). Und auch der erste Höreindruck war durchweg positiv: Hervorragend produzierte und reichhaltig instrumentierte Songs irgendwo zwischen Weilheim, Get Well Soon und Beirut. Bis auf ein paar Namen und Websites hielt das bookletlose Sleeve allerdings nur wenige Informationen über die Herkunft dieser CD bereit.
Umso überraschter war ich, als ich später beim Recherchieren feststellte, dass es sich bei September Leaves um das Ein-Mann-Projekt des Musikers Gerd Böttler aus meiner langjährigen Heimat Karlsruhe handelt. Das Album Friendship Manifesto entstand über mehr als ein Dutzend Monate hinweg in liebevoller Detailarbeit und erschien im Herbst letzten Jahres über das kleine Label Petite Unique. Und während bei Songs wie The Night oder Maple Tree amerikanische Folkbands Pate gestanden haben dürften, hat sich der gebürtige Schwabe ebenso von süddeutschen Musikgrößen inspirieren lassen: Beim Opener The Flame glaubt man Markus Acher singen zu hören und auch das mit einem Video versehene The Race versprüht eine Notwist-artige Melancholie. Eine Schande eigentlich, dass ein mit so viel Herzblut produziertes Album lediglich in einer Auflage von 200 Stück erschien.




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Friendship Manifesto im Stream bei simfy.de

Dienstag, 29. März 2011

Frank Turner

Singer-Songwriter / Rock / Folk

Everybodys Darling is back. Und wie. Kaum aus dem wohlverdienten Kurzurlaub zurück, holt der umtriebige Frank Turner heute zum Social Media-Rundumschlag aus: In seinem Blog gibt es einen Batzen neuer Tourdaten, bei Facebook das Albumcover des Anfang Juni erscheinenden England Keep My Bones und als wenn das nicht schon genug wäre, legt er sogar noch einen ersten Song davon in seinem Youtube-Kanal nach! Warum I Am Disappeared auf diesem inoffiziellen Wege und nicht über sein Label ins Internet gelangt begründet der selbsternannte Julian Assange of Rock & Roll auf seiner Homepage:

"It’s one of the features of the way the music business works that there’s an agonizing time-lag, for a musician, between finishing a piece of work and unleashing it on the world. I can see the point – promotion and preparation are important to me and the label – but it’s still frustrating to be sitting here on a finished record without being able to play it to people. Well, after much wheedling and whining on my part, I think I’ve got the tacit nod to give you guys a sneak preview of one of the new songs. I’m pretty sure I’m allowed to do this. If not, well, fuck it!"



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Frank Turner auf MySpace
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YouTube-Kanal von Frank Turner

Sonntag, 27. März 2011

The Head And The Heart

Folk / Indie / Rock

Mit The Head And The Heart veröffentlicht am 22. April eine weitere US amerikanische Folkband ihr Debutalbum. Musikalisch bewegt sie sich im Fahrwasser erfolgreicher Kapellen wie Mumford & Sons oder den Fleet Foxes. Dass es sich hier dennoch lohnt etwas genauer hinzuhören belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass sich das namhafte Sub Pop Label die Dienste des Sechsers gesichert hat.
Mit unaufdringlichem, mehrstimmigem und schön instrumentiertem Folkrock präsentieren sich die Musiker aus Seattle in ihrem Video zur Single Lost In My Mind. Ein Song zum Entspannen, Träumen und - nimmt man den Titel einmal beim Wort - sich darin Verlieren. Und auch wenn die Bilder eine eisige Kälte auf den heimischen Monitor zaubern ist  das hier doch genau das Richtige um munter in den Frühling zu starten.


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